Züge verkehren wieder – Neuerungen beim Fahrkartenverkauf

Mit dem Zug von Trzesacz zum Leuchturm von Niechorze fahren? Ab Samstag, 30. April wird das wieder möglich sein. An diesem Tag nimmt die Schmalspurbahn ihren Betrieb nach Fahrplan auf und verkehrt wieder täglich bis Ende September auf der Strecke Gryfice – Pogorzelica.

Zug im Bahnhof Trzesacz
Kindergruppen und Urlauber warten am Bahnhof Trzesacz.

Wie in den vergangenen Jahren werden die Züge morgens um 8:40 Uhr in Gryfice starten, anschließend in der Gemeinde Rewal zwischen Pogorzelica und Trzęsacz pendeln, um abends wieder in das Depot in Gryfice zurückzukehren. Gezogen werden die Züge von der Diesellok Lxd2. Die Dampflokomitive Px-48 kommt aufgrund dirngend notwendiger Reperaturen in dieser Saison nicht zum Einsatz. 

Alles einsteigen! Der Zug nach Pogorzelica fährt ab.
Alles einsteigen! Der Zug nach Pogorzelica fährt ab.

Neuerungen gibt es beim Fahrkahrten-verkauf. An den Stationen in Trzęsacz, Rewal, Niechorze (alter Bahnhof im Ort) und Pogorzelica gibt es jetzt Fahrkartenautomaten, die mit allen gängigen Kreditkarten genutzt werden können. Selbstverständlich können die Tickets auch weiterhin im Zug erworben werden. Die Landgemeinde Rewal weist jedoch daraufhin, dass Passagiere ohne gültige Fahrkarte keinen Anspruch auf Mitnahme im gewünschten Zug haben und empfiehlt daher, sich rechtzeitig vor der Fahrt eine Fahrkarte auf dem Bahnsteig zu kaufen.

Im vergangenen Jahr nutzten gut 150 tausend Passagiere die Küsten-Schmalspurbahn

Detaillierte Informationen über die aktuellen Fahrzeiten, Preislisten, Werbeaktionen und Veranstaltungen finden Sie auch auf der offiziellen Website der Schmalspurbahn auf www.kolej.rewal.pl.

Drachen, Ostseegold und Pilze — Kurzurlaub an der Ostsee

Drachen fliegen auf dem Strand
Sonnenschein und eine steife Briese – um am Strand Drachen steigen zu lassen, genau das richtige Wetter.

Wenn die ersten Frühnebel aus den Wäldern und Feuchtwiesen steigen, ist unweigerlich klar, der Sommer ist vorbei. In Pobierowo, dem kleinen beschaulichen Badeort an der polnischen Ostsee, kehrt nach der Sommersaison wieder Ruhe ein. Für alle, die dem Trubel der Stadt und dem hastigen Alltag entfliehen möchten, genau die richtige Zeit, um zu entspannen, weiß Alicia Broll, Besitzerin des Haus Elisabeth, das 80 Meter vom Meer entfernt liegt.

„Die nahen Wälder laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein“, sagt Broll. Wer sich auskennt, kann die Gelegenheit nutzen und Pilze sammeln. „Die besten Stellen kennen natürlich die Einheimischen“, sagt sie, wer aber etwas abseits der großen Wege durch die Wälder streife, habe ebenfalls gute Chancen. Wenn der Wind jetzt im Herbst das Meer gegen die Düne branden lässt, bietet sich den Urlaubern aber auch noch eine ganz andere Chance. „Wer Glück hat, kann jetzt am Strand das Gold der Ostsee – den Bernstein finden“, erklärt sie.

Wer sich jetzt für einen Kurzurlaub entscheidet, kann verhältnismäßig günstig ein paar schöne Tage verbringen. „Viele Gastronomen lassen die Saison langsam ausklingen“, berichtet Broll. Spiele das Wetter mit, haben einige auch bis Ende Oktober geöffnet. Zudem sind die Übernachtungspreise jetzt günstiger als in der Hauptsaison. „Wer nicht unbedingt im Meer baden möchte, sollte also die Gelegenheit nutzen“, sagt sie.

17. bis 19. Juli – Seaside Flohmarkt in Pobierowo

Messinggefäße auf einem Flohmarktstand Foto: bon-design  / pixelio.de
Messinggefäße auf einem Flohmarktstand
Foto: bon-design / pixelio.de

Bummeln, Schauen, Feilschen, Handeln – Liebhaber von Kunsthandwerk, Antiquitäten und Trödel kommen beim „Seaside Flohmarkt“ in Pobierowo voll auf Ihre Kosten. Drei Tage lang bieten die Händler vom 17. bis zum 19. Juli ihre Waren in der Jana z Kolna im Zentrum des Seebades an.

Niechorze feiert den baltischen Hering

Fischereimuseum in Fischerkaten
Fischereimuseum in Nichorze

Fischerei spielt in den Küstenorten der Landgemeinde Rewal auch heute noch eine wichtige Rolle. Lässt es das Wetter zu bringen die Fischer ihre Boote zu Wasser und hoffen auf einen guten Fang. Von der langen Tradition des Fischfangs wird Fischerei-Museum Nichorzes berichtet. Einmal im Jahr steht die Ortschaft Niechorze zudem ganz im Zeichen des baltischen Herings. Seit 14 Jahren feiert die Ortschaft das Baltic Herring Festival. In diesem Jahr übrigens am Samstag, 4. Juli ab 14 Uhr.

Fischgourmets dürften an diesem Tag voll auf ihre Kosten kommen: Gebratener Kabeljau, geräucherter Hering, Hering in Sahne mit Ofenkartoffel oder duftende Fischsuppe. Die Straßen der Ortschaft werden erfüllt von den Grüchen, der maritimen Leckerbissen.

Ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm rundet das Angebot ab. Auf dem Programm stehen Auftritte von Mark Twain und Majtki Bosmana. Volkstümliche Klänge ertönen bei Czerwona Róża und dem Verein der Freunde der traditionellen Marine Fisherei. Die jüngeren Besucher können sich auf Clown Tomi freuen, der sich ganz seemännisch als Pirat verkleiden wird.

Wer möchte kann auch einem Koch-Wettbewerb messen. In zwei Kategorien – „Bestes Gericht aus Hering“ und „Bestes Fischgericht“ – können die Teilnehmer antreten. Der Wettbewerb steht jedem offen, der seine Kochkunst in der Zubereitung von Fisch präsentieren möchte. 

Eine ganz besondere Atmosphäre wird sich sicher während der Lesung des polnischen Kapitäns Józef Gawłowicz ergeben. Der maritime Historiker und Schriftsteller hat zahlreiche Romane mit dem Thema Meer verfasst , und er wird einige seiner Geschichten vorstellen.

Ausgezeichnete Strände – Blaue Flagge für Rewals Küste

Blue Flag LogoSeit vielen Jahren bemüht sich die Gemeinde Rewal, die Qualität der Badegewässer und Strände zu verbessern. Lohn dieser Anstrengungen: die inzwischen jährliche Auszeichnung mit der blauen Flagge der Stiftung für Umwelterziehung (Foundation for Environmental Education).

Die Auszeichnung wird verliehen, wenn bestimmte Anforderungen bezüglich des Umweltmanagements und der Umweltkommunikation erfüllt sind sowie ausreichende Entsorgungsbereiche fürAbfälle und Abwässer und die standardgemäßen Sicherheitsaspekte beachtet werden. Die blaue Flagge ist das erste gemeinsame Umweltsymbol, das seit 1987 für jeweils ein Jahr vergeben wird.

Ausbau der Bahnstrecke verzögert sich

Draisinen-Fest in Rewal
Die Bahnstrecke nach Stettin soll ausgebaut werden.

Eben einmal schnell mit der Bahn von Berlin nach Stettin und an die polnische Ostseeküste? Was vor mehr als 100 Jahren bereits möglich war, wird wohl auch in naher Zukunft ein Wunsch vieler Kurzurlauber bleiben. Der Ausbau der so wichtigen Eisenbahntrasse zwischen Angermünde und Stettin (nur etwa 40 Kilometer) wird sich vermutlich noch etwas verzögern. Und selbst wenn die Strecke ausgebaut wird, ein zweites Gleis wird es wohl nicht geben. Dies berichtet der Tagesspiegel.

Moderne Schnitzeljagd – Entdecken Sie die Schätze der Ostseeküste

Hier irgendwo muss er sein – der versteckte Schatz. Heikos Herz schlägt schneller. Sein GPS-Gerät hat ihn bis zum Bahnhof von Trzesacz geführt. Jetzt heißt es noch den letzten Hinweis zu entschlüsseln – überlegen – dann hat er ihn entdeckt. Einen kleinen Behälter, versteckt auf dem Gelände des Bahnhofs. Heiko öffnet ihn zufrieden, wirft einen kurzen Blick in das kleine beiligende Notizheft, liest die letzten Einträge und hinterlässt seinerseits eine kurze Nachricht.

Wanderer mit Tablet-PC beim Wandern Wald Gegenlicht
Im Wald auf dem Weg zum Cache

Der 42-Jähirge aus Berlin entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft für die moderne Form der Schnitzeljagd. „Es macht einfach Spaß, sich anhand von Koordinaten, Karten und Hinweisen den kleinen Schätzen zu nähern und schließlich zu finden“, sagt er. Aber immer im Einklang mit der Natur. „Landschafts- und Naturschutz sind sehr wichtig, schließlich wollen wir auch künftig noch die Schönheit der Natur genießen können.“

Heiko war am Morgen in Pobierowo vom Haus Elisabeth aufgebrochen. „Ein Freund gab mir die Koordinaten von zwei Caches“, berichtet er. Am Abend zuvor studierte er in seinem Appartement die Karte. Der erste Cache sollte im Nachbarort Pustkowo sein, das zweite Ziel am Rand der Ortschaft Trzesacz, irgendwo an der Bahnlinie.

„Ich überlege mir immer sehr gut, wie ich einen Cache erreichen kann“, sagt Heiko. Ein bisschen ist auch der Weg das Ziel, meint der Berliner. „Jede Landschaft hat ihren Reiz“, sagt er. Heiko liebe es durch die Natur zu streifen. Mit dem Auto könne schließlich jeder sein Ziel schnell erreichen. „Ich finde es schön, wenn ein Cache an einem besonderen Ort ist“, sagt er. Wenn man eine schöne Aussicht genießen oder etwas besonderes Erleben kann. „Das ist das Schöne. Caches können vieles sein: kleine Tauschgegenstände oder besondere Momente“, sagt er.

Für diesen Tag hat Heiko ersteinmal genug. „Ich habe gesehen, dass es hier in der Umgebung noch weitere Caches gibt“, sagt er. Diese wolle er sich in den kommenden Tagen vornehmen. Jetzt geht es ersteinmal zurück nach Pobierowo.